Hi Leute,
Ich lese schon einige Zeit hier im Forum mit. Posten tue ich normalerweise eher
auf dem IMR Forum ;o)) Für mehere Foren fehlt mir leider die Zeit.
Ich wollte mal so ein paar Gedankenstöße zum Startgerät geben. Bitte nicht als
Nörgelei, sondern nur als Verbesserungsvorschläge ansehen.
(ich beziehe mich auf das Schematic von Fabian)
- Die Schalter S1 & S2 gehören in den Pluspol der Batterie. Eine Massetrennung
wird eher als unprofessionell angesehen.
- Es fehlt mindestens eine Sicherung. Da hier Akkus Verwendung finden, sollte man
definitiv Absichern. Eine 40-60A Sicherung sollte es bei einem Clusterstartgerät
schon sein. Bei reiner Singel-Igniter Usage reichen auch 10ATr.
- Man sollte sich bewußt sein, daß im obigen Schematic der GESAMTE
Zündstrom über die Schalter S1-S3 fließt. Eigentlich keine gute Idee.
Die meisten Taster (und schon garnicht die von Fabian gezeigte!)
vertragen keine hohen Schaltströme. Ich habe mal einige Oszi-Bilder
von verschiedenen Igniter gemacht. Die einfachen Estes Zünder ziehen
bis zu 20A! Albeit, nur für eine kurze Zeit.
- Man sollte für den Zünder ein Hochlastrelay mit Kontaktzwangsöffnung
benutzen. Desweiteren sollte man diese Kontake überwachen, so daß
ein Verkleben sicher erkannt wird.
- Bisher haben ALLE Zündgeräte, die ich persönlich gesehen habe, einen
GRAVIERENDEN Nachteil. Das Relay (insofern vorhanden) sitzt in der Launchbox.
Das ist DEFINITIV der falsche Ort. Ein Hochstromrelay gehört in die Nähe des
Zünder (Cluster)s! Nur so ist eine vernünftige Übertragung des Startstroms
gweährleistet.
- Obiges ist auch meines Eraschtens der Grund warum wir auf der
RJD 2007 mehrfach Probleme mit dem Zünden hatten. Der Spannungsverlust bei
Hochstromzünder, wie z.B. Copperheads, ist über eine 50m Kabeltrommel ernorm
hoch. - Bei den LEDs sollte man darauf achten, daß sie sowohl Ultrabright sind (wegen
dem Sonnenlicht) als auch low current Typen sein. Sonst könnte die T2 Regel
(1/10 Safe Current) verletzt werden. Gerade bei SN0 ist das kritisch.
- Die Idee mit dem S4 ist nett, birgt aber ein Problem: Wenn ich vergesse den
S4 VOR dem Start zu entriegeln, fackelt mir das Startgerät ab (da u.a. keine
Sicherung drin!) Besser wäre es den S4 durch ein Relay zu ersetzen, welches
beim drehen des Schlüsselschalters und drücken der Continuity Taste automatisch
geöffnet und geschlossen wird. Über das Kurzschliessen des Igniters gleich mehr.....
- Die Sache mit der roten LED, Vorwiderstand und Lautsprecher verstehe ich
nicht ganz. Ich nehme an, daß die LED einfach signalisieren soll, wenn die
Anlage scharf geschaltet ist. Der Schaltzustand von Taster T4 bleibt dabei
allerdings unberücksichtigt. So wie der Schematic gezeichnet ist, wird die LED
allerding dunkel bleiben, da sie via dem Lautsprecher kurgeschlossen ist (Ohm'sche
Regel beim Parallelschalten von Widerständen). Sollte der SP1 jetzt eigentlich
ein Summer(!) sein, warne ich davor die Schaltung beim SN0 einzusetzen. Der
Strom der durch den Summer fließt kann durch aus ausreichen den SN0 zu
zünden. Wenn es ein mechanischer Summer ist, entstehen durch die Induktion
sogar sehr hohe Spannungsspitzen!. Da wäre der Weg über z.B. ein Optocoupler
wesentlich besser.
- Die Kabel (in Fabians Bildern gut zu sehen) sind VIEL zu klein dimensioniert.
Im Hochstromkreis würde ich MINIMUM 4mm² empfehlen. Besser wären 6 oder
10mm².
- So und nun zu dieser T2 "Vorschrift" den Zünder kurzzuschliessen. So wie die
meisten Startgeräte es machen, bringt es nix, rein gar nix. Sorry Leute ;o))))
Die Idee ist daß das Zündkabel als Antenne wirken kann. Als sogenanntes
Dipol. Es könnte (theoretisch) eine Spannung im Kabel induziert werden,
die dann den Igniter zum zünden bringen könnte. Dazu folgendes:
- Ein Dipol funzt nur, wenn man ihn als Dipol auslegt. Konkret heißt daß aber
die Kabelenden der Antenne müssen in ENTGEGENGESETZE Richtungen
ausgelegt werden. Das wird aber bei keinem Raketenstart der Fall sein!
- Das Parallelverlegen (Normalfall beim Raketenstartplatz) der Kabeladern
schirmt sie gegenseitig ab. Es kann so ohne weiteres gar keine Spannung
induziert werden!
- Die Leistung eines Senders müßte schon ENORM hoch sein, um genügend
Spannung ins Kabel zu induzieren, selbst bei einem SN0. Jede statische
Aufladung, die ich an einem trockenen Tag durch Laufen aufbauen kann,
ist das weitaus gefährlicher. Wieviel von Euch Entladen sich erst an einem
geerdeten Objekt, BEVOR sie ihren Zünder anklemmen??? Wenn überhaupt,
ist es unter 1% der Rocketeers ;o))
- Die Idee, sich mittels eines Kurzschlusses, am ENDE einer 50+ Meter langen
Leitung sicher zu fühlen ist schon paradox. Durch das Kurzschliessen eines
langen Kabels haben wir eine nette Induktionsschleife gebaut. Das Ganze
könnte man auch ein gedämpften RL(C) Schwingkreis nennen.
In
meinen Augen ist es sogar GEFÄHRLICHER den Zünder so kurzzuschliessen
als ihn offen zu lassen. Bei der HF Technik macht es einen ERHEBLICHEN
Unterschied WO ich kurzschliesse (ich baue u.a. Teslaspulen, weiß also
wovon ich spreche.
)
- WENN man kurzschließt, dann NUR direkt in der Nähe des Igniters. D.h.
(so habe ich es in meiner Startbox geplant) gleich hinter dem Anschluß
für die Strippen vom Zünder, wo es in die Startbox (an der Rampe!) geht.
Um 1000% sicher zu werden, müßte man sogar die kurzgeschlossene
Leitung mittels Erdspieß im Boden erden.
- Man sollte sich (geade bei MPR und HPR!) angewöhnen, die Zündklipse
BEVOR man sie anschliesst, mal kurz gegeneinander zu tippen. Funkt es,
ERST die Ursache feststellen. Es ist keine gute Idee, wenn einem der G++
Motor beim anschliessen gleich losröhrt
So, nu aber genug gemeckert