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FalkE

Wasserratte

FalkE

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Beitrag 7161928 , Fragen zum Motorrohr [Alter Beitrag15. Februar 2010 um 17:00]

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Hallo,
zurzeit mache ich mir, leider, nur im Kopf Gedanken um Raketen. Ich denke auch ein wenig über Pyro nach. Aber wenn es dann eine Pyro werden soll, dann wollte ich gerne möglichst viele Motorisierungen fliegen können. Als Maximum habe ich mal ein Antrieb Klasse J angepeilt, sodass eventuell L2 möglich wäre.

Grundsätzlich habe ich aber zum Motorrohr Fragen. Das Motorrohr wird ja in die Schubspanten eingeharzt und diese dann mit Bauschaum an der übrigen Rakete. Wie wird aber durch den Antrieb die Kraft auf das Motorrohr übertragen? Und müssen die Finnen an dem Motorrohr angeharzt werden?

Und würden sich als Körperrohr, bei ca.10cm Durchmesser, Kunststoffrohre (Baumarkt, die Grauen) eignen oder sind sie zu schwer?

Vielen Dank für die Antworten!
mfg
Dennis

Aus Egoismus handeln wir zum Nachteil der anderen und er bringt es mit sich, das unser gegenwärtiges Glück, unser gegenwärtiger Wohlstand auf Kosten der weniger Glücklichen gehen. Das sollten wir uns vor Augen halten.
Oliver Arend

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Oliver Arend

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Beitrag 7161931 [Alter Beitrag15. Februar 2010 um 17:10]

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Oh oh, wenn Du Dir solche Fragen stellst solltest Du vielleicht etwas kleiner anfangen als mit einer Rakete, die bis zu J fliegen kann.

> Das Motorrohr wird ja in die Schubspanten eingeharzt und diese dann mit Bauschaum an der übrigen Rakete.

Jein. Die Schubspanten werden auch mit Epoxy am Körperrohr verklebt, der Bauschaum dient m. E. vor allem der Versteifung, insb. um die Durchbiegung der Flossen zu vermindern.

> Wie wird aber durch den Antrieb die Kraft auf das Motorrohr übertragen?

Bei großen Motoren haben die Heckverschlüsse einen größeren Außendurchmesser als der Rest des Motors und übertragen so den Schub auf das Motorrohr.

> Und müssen die Finnen an dem Motorrohr angeharzt werden?

Sollten -- naja, sagen wir müssen! Wenn Du die Flossen nur am Körperrohr festklebst, wird das gesamte Biegemoment der Flossen nur an der Verklebung übertragen. So können sich die Flossen leicht vom Körperrohr lösen, anfangen zu Flattern o. ä. Wenn Du sie außerdem am Motorrohr verklebst, wird das Biegemoment besser verteilt, das ganze Heck der Rakete wird steifer.

> Und würden sich als Körperrohr, bei ca.10cm Durchmesser, Kunststoffrohre (Baumarkt, die Grauen) eignen oder sind sie zu schwer?

Die sind schon sehr schwer. Besser geeignet dürften die weißen Lüftungsrohre sein (Durchmesser 100, 125 oder 150 mm), von denen ich aber nicht weiß wie gut die verklebt werden können. Für einen Flug mit einem J sollten sie außerdem eine versteifende innere Struktur bekommen, da sie sich wohl kaum verglasen lassen. Bei dem Aufwand kannst Du aber gleich Phenolic-Rohre (gibt's z. B. bei Holger im http://www.rocket-onlineshop.de ) nehmen und noch ein, zwei Lagen Glas drauflaminieren.

Ich würde daher vorschlagen, Du sammelst ein bisschen Erfahrung im Medium-Power-Bereich (E bis G), baust dann noch eine Rakete im Level 1-Bereich, und kannst Dich dann an eine Rakete wagen, die Dir auch Level 2 ermöglichen würde.

Oliver

Geändert von Oliver Arend am 15. Februar 2010 um 17:13

Tom

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Tom

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Beitrag 7161935 [Alter Beitrag15. Februar 2010 um 17:28]

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Zitat:
Original geschrieben von Oliver Arend

...
Besser geeignet dürften die weißen Lüftungsrohre sein (Durchmesser 100, 125 oder 150 mm), von denen ich aber nicht weiß wie gut die verklebt werden können.
...

Oliver





Hi Oliver,

bescheiden kann ich nur sagen....
Da hilft nur schrauben ( mit Mutter oder Aluleisten mit Gewinde von innen).

Gruß
Tom
Achim

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Achim

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Beitrag 7161937 [Alter Beitrag15. Februar 2010 um 19:17]

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Diese Rohre taugen alle nicht als Körperrohr. Viel zu schwer und viel zu labil.
Quantum ist das mindeste was man sich gönnen sollte. Ansonsten Phenolic, bzw. Hartpapier oder GFK.

Gruß,
Achim

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holger_t

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Beitrag 7161939 [Alter Beitrag15. Februar 2010 um 21:13]

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Hallo Dennis,

wie Oliver schon geschrieben hat, sollten die Finnen durch das Körperrohr bis auf das Motorrohr durchgehen, damit die eventuellen Biegekräfte aufgefangen werden können.
Ich würde dir raten mit einem Bausatz anzufangen, vielleicht etwas mit einer 29 mm Motorhalterung dann kannst Du eine große Auswahl von E - I eisetzen, vorrausgesetzt das Modell mach das mit.
Einen Quallitativ sehr guten Bausatz findest Du bei Mad Cow., soll es ein 24mm Modell sein schaue bei Dynastar oder Quasar.
Du kannst aber auch gerne einmal vorbeischauen und die Sachen direkt ansehen. Bis nach Bad Rothenfelde sind es höchstens 1 Std Fahrzeit.

Das Buch High Power Rocketry 2 ist derzeit das Buch, das alle Fragen zum Mid & Highepower bereich beantwortet, Man muß auch nicht sonderlich gut englisch sprechen, die Bilder sagen eigendlich alles aus.
Das neue Buch von Mario Perdue sollte in den nächsten Tagen ankommen, es befasst sich mit Low, Mid und High Power, das Haupt augenmerk liegt hier aber im Mid Power bereich.

Du kannst mich auch gerne mal anrufen wenn Du noch weitere Fragen hast.

Gruß

Holger

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holger_t

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Beitrag 7161940 [Alter Beitrag15. Februar 2010 um 21:15]

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Eine Sache ist noch offen:

Phenolic Rohre bis einschließlich 54mm sind ohne zusätziche Verstärkung bis Mach 1 einzusetzen.
ab 65mm bis Mach 0,8

Gruß

Holger

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FalkE

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Beitrag 7161942 [Alter Beitrag15. Februar 2010 um 22:14]

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Hi,

Achim, inwiefern zu labil? Neigen diese Rohrer zum Flattern bei hohen Geschwindigkeiten, also zum Schwingen? Bei Raketen so bis J sollte das Gewicht der Rohre dann doch in Ordnung gehen. Denn, mit Klasse J lassen sich doch bis zu 7kg ? schwere Raketen fliegen. Das sollte möglich sein vom Gewicht her.


Mir geht es halt mehr darum, eben nicht ne kleiner Rakete zu bauen, sondern eben möglichst bis 54mm Motoren zu gehen. Das mit der fehlenden Erfahung seh ich allerdings auch ein.

Holger, vielen Dank für die reichlichen Ratschläge, werde, wenn ich soweit in praktische Phasen komme, gern auf dich zurückkommen.

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Zaphod

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Beitrag 7161948 [Alter Beitrag16. Februar 2010 um 07:00]

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An Deiner Stelle würde ich Dir empfehlen, diese reichlichen Ratschläge schon vorher in den theoretischen Überlegungen miteinfließen zu lassen. Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, das die meisten Unkosten dort entstehen werden, wo man sich nicht genug Gedanken zu gemacht hat, bzw. von falschen/fehlerhaften Ansätzen ausgegangen ist und dann entweder neu anfangen muß oder anfängt rummzufrickeln.

Gruß, Marco
RalfB

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RalfB

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Beitrag 7162901 [Alter Beitrag16. Februar 2010 um 12:25]

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Hallo FalkE,

schau Dir doch mal den Baubericht über die Nice Dreams an. Da sind jede Menge Bilder von der Konstruktion der Boostersektion. Wenn Du Deinen Motorenauswahl etwas nach unten schraubst,
würden die Materialien erheblich billiger und einfacher. Die Probleme sind bei kleineren Modellen
gleich und man versenkt nicht gleich ein paar hundert Euro in ein Modell das hinterher nur im Bastellkeller den Platz weg nimmt weil man höchsten ein mal im Jahr damit zum Fliegen kommt.
Ein 7kg Rakete will auch die entsprechende Rail zum starten haben und wer hat die schon.
Zudem würde es mir persönlich wiederstreben die Kosten für J-Reloas in einem "Wasserrohr" zu verbrennen, da sollte man doch schon ein bischen die Estetik waren. Also entweder richtig
oder besser ein schönes Modell aus zB. einer Posterröhre, das auf einem F-Motor gut fliegt
und auch bei einem G74 o.ä. nicht auseinander fällt , weil das kann wenigstens auf allen
offiziellen Flugtagen geflogen werden.

Gruß Ralf

Geändert von RalfB am 16. Februar 2010 um 12:27


Glauben ist einfacher als Denken.
Bäckchen

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Beitrag 7162904 [Alter Beitrag16. Februar 2010 um 13:24]

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Hallo Ralf,
da stimme ich dir zu 100% zu.
Gruß
Andreas

In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders !?
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