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Juerg

SP-Schnüffler

Juerg

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Beitrag 106268 [Alter Beitrag18. Oktober 2006 um 11:47]

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Ok, doch noch ein paar Sätze dazu, bevor ich mich aus diesem Forum wieder zurückziehe, wie sich das in den letzten Monaten bestens bewährt hat:

Mit "RMB" meine ich nicht die ganze Forums-Gemeinde sondern eigentlich immer dieselben drei Polemiker. Diejenigen die mich kennen wissen das.
Ich habe eine rein sachliche Antwort gegeben was der wahrscheinliche Grund für den Versager war.
Diese Antwort beruht auf meiner Erfahrung als Importeur von Aerotech seit 1996. Praktisch jeder Aerotech der in Europa seither geflogen ist ist durch meine Hände gegangen.

Neil weis nicht mal wie ein Aerotech Delay aufgebaut ist (ja, RMS Plus haben eine Kunststoffhülle Neil). Trotzdem versteigt er sich aber dazu mir pauschal zu widersprechen. Wer ist da arrogant und hält andere für dumm?

Natürlich darf Tom's obligate Stichelei gegen Aerotech ("Auch das AT System ist nicht so perfekt wie mancher glaubt") auch nicht fehlen, auch wenn sie völlig unmotiviert ist.

Es folgen einige wenig fundierte Spekulationen zum Thema Dichtungen und Aerotech-System denen man entnehmen kann, dass die Funktion einer O-Ring Dichtung nicht vollständig verstanden worden ist und als Sahnehäubchen darf natürlich ein Kommentar von Quartier nicht fehlen.

Was die ARGOS Flugtage mit dem Thema zu tun haben ist nicht klar...

Oder eben halt doch, denn es zeigt was die eigentliche Thematik ist: Neid.

Darum und nur darum gibts seit geraumer Zeit ein weiteres Forum in welchem Raketenflieger aus ganz Europa gleichermassen willkommen sind und wo wir zum Glück ein anderes Diskussionsklima haben.

In diesem Sinne bin ich dort zu finden wenn ihr Fragen habt!

Gruss

Jürg





Christian S.

Überflieger

Christian S.

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Beitrag 106269 [Alter Beitrag18. Oktober 2006 um 11:52]

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Tom, ich habe den inkriminierten Satz heute morgen aus der Nachricht gelöscht, nachdem ich drüber geschlafen und bevor ich Deine Antwort darauf gelesen hatte. Ich will hier wirklich kein Öl ins Feuer gießen.

Dennoch einige Anmerkungen:

1. Ich hatte schon beim Schreiben des Ursprungspostings genau diese Folgen befürchtet. Nämlich, dass es wieder zu ideologischen Auseinandersetzungen BC vs. AT sowie D vs. CH/USA kommt. Es gibt erstaunlicherweise Knöpfchen, die zünden manche Menschen weitaus zuverlässiger, als man einen Raketenmotor – gleich welcher Bauart und Herkunft – ans Laufen bekommt. Ich schätze und verwende (auch je nach dem Ort des Flugtages) beide Motoren. Außerdem kommt es auch auf den Spaßfaktor an. Lass es mich mit Autos vergleichen: Der BC ist wie eine Mercedes-Limousine – sehr zuverlässig, aber nicht besonders spektakulär und sexy. Ein AT ist eher wie ein Sportwagen: Mit Rauch und Flamme wesentlich spektakulärer, aber in der Handhabung auch etwas empfindlicher und anspruchsvoller. Und es gibt Tage, da muss es eben ein Ferrari, pardon Red Line, sein.

2. Ich habe mit Jürg per E-Mail eine sehr sachliche, zweckdienliche und angenehme Diskussion darüber geführt, was die Ursache dieses Zwischenfalls gewesen sein könnte. Das Ergebnis habe ich hier veröffentlicht, weil ich der Ansicht bin, dass einige andere Raketenflieger den von mir gemachten Fehler auf diese Weise vielleicht vermeiden können. Nichts anderes war die Absicht meines Postings.

3. Es war im übrigen eine konstruktive Verbesserung der AT-Motoren, die den von mir begangenen Fehler begünstigt hat: Die nahtlose Kunststoffhülse des Delays ermöglicht nun eine seitliche statt frontale Abdichtung, allerdings muss der O-Ring nicht mehr einzeln sondern als Bestandteil der vormontierten Delayeinheit ins Gehäuse eingebracht werden. Hätte ich nicht bei der Montage von bislang ca. 50 bis 60 Motoren der früheren Bauart das alte Verfahren verinnerlicht gehabt, wäre es vermutlich nicht zu diesem Fehler gekommen.

4. Die Anleitung der AT-Motoren ist in der Tat äußerst verbesserungswürdig. Das finde ich umso mehr, seitdem mir altersbedingt das Lesen kleiner Buchstaben zunehmend schwer fällt. Allerdings muss ich dagegen halten, dass es für den BC überhaupt keine Montageanleitung gibt. Ich habe als hauptberuflicher Schreiberling schon länger darüber nachgedacht, ob ich so ein Zettelchen mal in Zusammenarbeit mit Ernst Maurer verfasse (sofern aus seiner Sicht nichts dagegen spricht). Anlass dazu gibt es nämlich durchaus: Erst kürzlich erzählte mir ein Hobbykollege, dass er inzwischen zwei BC-125-Gehäuse durch Benutzerfehler geschrottet (in beiden Fällen mit Ausbeulungen nach außen) hat – einmal durch Verwendung einer zu kleinen Düse für den eingesetzen Reload-Typ, beim anderen Mal durch SP, das unbeabsichtigt in den vorderen Bereich des Motors gelangt war. Auch dieser Hinweis soll den BC in keiner Form diskreditieren, sondern nur aufzeigen, dass hier ebenfalls Benutzerfehler stattfinden.

Bitte lasst uns zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren, ich brauche diesen Zoff nun wirklich nicht.

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit... burnout
Brzelinski

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Beitrag 106279 [Alter Beitrag18. Oktober 2006 um 14:02]

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Christian, vielen Dank für deinen Beitrag. Aber an einer Stelle irrst du dich. Es gibt für den BC-360 ( für die anderen BC´s weiß ich es nicht ) eine ausgezeichnete bebilderte Zusmmenbauanleitung, die ich von Ernst erhalten habe.

Viele Güße, Gert.

Geändert von Brzelinski am 18. Oktober 2006 um 14:11

Tom

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Tom

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Beitrag 106390 [Alter Beitrag20. Oktober 2006 um 19:40]

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Zitat:
Original geschrieben von Christian S.

...
Dennoch einige Anmerkungen:

4. (...)
Allerdings muss ich dagegen halten, dass es für den BC überhaupt keine Montageanleitung gibt. Ich habe als hauptberuflicher Schreiberling schon länger darüber nachgedacht, ob ich so ein Zettelchen mal in Zusammenarbeit mit Ernst Maurer verfasse (sofern aus seiner Sicht nichts dagegen spricht). Anlass dazu gibt es nämlich durchaus: Erst kürzlich erzählte mir ein Hobbykollege, dass er inzwischen zwei BC-125-Gehäuse durch Benutzerfehler geschrottet (in beiden Fällen mit Ausbeulungen nach außen) hat – einmal durch Verwendung einer zu kleinen Düse für den eingesetzen Reload-Typ, beim anderen Mal durch SP, das unbeabsichtigt in den vorderen Bereich des Motors gelangt war. Auch dieser Hinweis soll den BC in keiner Form diskreditieren, sondern nur aufzeigen, dass hier ebenfalls Benutzerfehler stattfinden.

(...)





Hallo Christian,

ich möchte mich nochmal kurz zu dem Absatz 4 melden.
Irgendwie konnte ich das nicht ganz glauben was Du da schreibst. Bitte entschuldige dass ich erste heute antworte, aber ich war leider beruflich verhindert und fand erst heute Zeit darauf einzugehen.

1)
ein "Zettelchen" als Laborierungsvorschrift gibt es schon lange für den BC 125. Dieses "Zettelchen" hat das Format DIN A4 und ist 3 (!) Seiten lang.
Jeder der ein Casing gekauft hat bekommt dies mitgeliefert und es ist bei mir sogar auf der Rechung explizid ausgewiesen. Auch auf deiner Rechnung sollte dies draufstehen. Damit wäre Punkt 1 abgehandelt, denn diese Vorschrift gibt es sehr wohl und sehr ausführlich...

2)
JEDER (!) T2 Lehrgangsteilnehmer der letzten Lehrgänge musste einen BC 125 unter Aufsicht unter Zuhilfenahme der Laborierungsvorschrift fachgerecht zusammenbauen und laden...
Ausserdem ist dies Teil der Prüfung vor dem Gewerbeaufsichtsamt (Wiederladen von Raketenmotoren)

3) Schaut man ins Glossar unter BC 125 , findet man folgendes Bild:




Also ich denke mal, wenn man an diese Dinge hält, die richtige Düse für den passenden Treiber einsetzt, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Alles andere ist unsachgemässe Verwendung.
Benutzerfehler werden gemacht, das ist richtig. Doch wer die Anleitung intensiv liest und sich damit beschäftigt und den Motor den Laborierungsvorschriften entsprechend preppt und kontrolliert, der wird diese Fehler sicherlich vermeiden.

Abschliessend sieht das "Zettelchen" nicht aus wie ein Beipackzettel schlechter Medzin bei der man eine Lupe benötigt... Lesen muss man die Seiten aber trotzdem wink

Anhang: bc-125-laborierung.pdf
Anhang: bc-125-merkblatt.pdf

Gruß
Tom

Geändert von Tom am 20. Oktober 2006 um 19:45

Christian S.

Überflieger

Christian S.

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Beitrag 106399 [Alter Beitrag20. Oktober 2006 um 21:10]

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Stimmt, da lag ich total falsch, jetzt fällt es mir wieder ein, dass da doch was war. Und ich habe die Laborierungsvorschrift (merkwürdiges Wort) auch unter der Styroporeinlage der Verpackung wiedergefunden. Was ich Ernst vorschlagen wollte, war eine bebilderte Anleitung, die dann auch eine Tabelle der für die unterschiedlichen Treibsätze zu verwendenden Düsen enthält (okay, die Große ist afair nur für den Stirnröhrenbrenner).

Natürlich ist der Zusammenbau des BC-125 auch Bestandteil der T2-Prüfung, aber wer hat z.B. zwei oder drei Jahre nach dem für den Führerschein erforderlichen Kursus "Sofortmaßnahmen am Unfallort" noch aus dem Kopf drauf, wie man einen Verletzten in die stabile Seitenlage bringt?

Auf jeden Fall danke für die PDFs, die kommen jetzt in den Laptop.

Hehe, und außerdem ist das mein 1000. Posting hier...

Geändert von Christian S. am 20. Oktober 2006 um 21:11


Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit... burnout
Neil

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Neil

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Beitrag 106407 [Alter Beitrag20. Oktober 2006 um 21:54]

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Hi,

gratuliere dir, dann bist du jetzt auch eine Grandma.
Ich denke mal das mit dem Vergleich hinkt etwas. Das wäre ja so als ob du jedes Jahr mehrere Unfälle betreuen müßtest. Da wirst du dann auch die Seitenlage drauf haben.

Gruß

Neil

Die Erde ist eine Scheibe. Egal in welche Richtung sich die Menschheit bewegt, sie geht immer auf einen Abgrund zu.


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