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Autor Thema 
Kabelmann

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Kabelmann

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Beitrag 111977 , Baubericht elektronischer Fallschirmauswurf [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 17:24]

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Tach Gemeinde

Nachdem dieses Thema ja schon an anderer Stelle auf großes Interesse stößt und ich, großherzig wie ich bin, meinen letzten TomyTimer an Wolke verschenkt habe.... muß man sich ja nach Alternativen umsehen.
Die im anderen Thread von Gewindeschneider vorgestellte Schaltung und Bauvariante gab Anlass, selber mal in diese Richtung tätig zu werden...
Zwar bin ich durch meine Ausbildung elektronisch bewandert, aber reine Transistorschaltungen selber dimensionieren... nein Danke, auch erwies sich die reine Transistorvariante als zu anfällig, das ist zurückzuführen auf fehlende Schutzwiderstände, fehlender Verpolungsschutz und "über den Daumen" Dimensionierung der Bauteile.
Und bei "Zeitverzögerung", eigentlich schon bei "Zeit..." fällt mir als erstes der Timer-IC NE555 ein.


So sind die von mir umgesetzten Eckpunkte der Schaltung:
- Schaltungsbasis NE555, erprobte Schaltungsvariante
- Verpolungsschutz
- Funktionssicher, alltagstauglich, auf der Wiese ohne Werkzeug von außerhalb bedienbar.

Als Nachteile wäre zu nennen das zu erwartende hohe Gewicht der zur Versorgung notwendigen 9V-Blockbatterie.

Als Basis dient diese Schaltung: Relais Einschaltverzögerung mit NE555
Gefunden bei: atx Netzteile.de



Die Schaltung habe ich für meine Zwecke etwas verändert, in die Zuleitung hab ich eine Diode 1N4007 als Verpolungsschutz geschaltet.
Parallel zum Kondensator C1 liegt der Abreißkontakt, der den Timer startet.
Vor dem Start schließt diese Drahtbrücke den Kondensator kurz und verhindert dessen Aufladung und somit den Start der Verzögerung.
Der Timer selbst ist in der Lage einen Ausgangsstrom von dauerhaft 100mA, max. 200mA kurzzeitig zur Verfügung zu stellen, ein Transistor als Treiber für größere Lasten ist bei dem kleinen Servo eigentlich gar nicht nötig, allerdings ist das Ausgangssignals genau dann high, wenn der Servo nicht arbeiten soll, es also low sein sollte... Und wenn der Servo angesprochen werden soll, ist es 0V.
Der Nachgeschaltete PNP Transistor dient also zum Invertieren des Ausgangssignals um den Servo brauchbar anzusteuern.



Der Servo ist das 5-Euro-Conrad-Teil, dessen winziges Innenleben etwas modifiziert wurde. So habe ich die Platine entfernt, die die normalen PWM-Signale an den Servo umsetzt, das enthaltene Potentiometer entsorgt und die kleine Nase im Gehäusedeckel entfernt, sodaß der Motor mit einer simplen Gleichspannung angesteuert werden kann und frei volle 360° drehen kann.
Da ich kein eingefleischter Modellbauer bin war ich schon überrascht, wie winzig der komplette Servo ist, und wieviel winziger noch der eigentliche Motor und das Getriebe ist und welche Gewalt der Hebelarm trotzdem hat.



Als Basis dient das übliche Fallschirmmodul mit Auswurfgummis und Klappengummi.
Das Gummi, welches die Klappe zuhält wird abweichend zum TomyTimer-Modul von einen Drahtstift gespannt, der vom Hebelarm des Servos bewegt werden kann.
Bei Ansteuerung zieht der Servo den Draht nach innen und das Gummi, bzw. der kleine Ring an dem das Gummi fest ist wird freigegeben >> die Klappe springt auf.
Der Hebelarm läuft gegen einen Endlagenschalter und die Ansteuerung wird unterbrochen.
Auf dem Bild sind die beiden Endlagenschalter zu sehen. Links S3 Endanschlag Arbeitsweg, rechts S4 Endanschlag Rückstellweg.



Eingebaut wird das ganze in ein übliches Fallschirmmodul im 1-Liter-Fanta-Kaliber und soll in meiner nächsten Wasserrakete (entsteht gerade..... zwinker, zwinker) den Vorschirm der zweistufigen Bergung auswerfen.
An der Rückseite des Fallschirmmoduls sollen die Bedien- und Anzeigeelemente sitzen.
Also der Schalter "Ein/Aus", der Schalter "Rückstellen" und einige LED´s, die mir etwas über die Betriebszustände verraten.

so long erstmal, geht gleich weiter.

Gruß Jan



Geändert von Kabelmann am 08. Januar 2010 um 14:07

Kabelmann

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Beitrag 111981 , Verdrahtung [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 17:25]

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So, da bin ich wieder



Im Großen und Ganzen soll das dann mal so aussehen, allerdings fehlt da noch einiges, unter anderem die ganze Kabelage...



Was ein Gefrickel in der engen Pet-Röhre. Grauenvoll.
Das ganze wird dann irgendwann verdeckt von der Rückwand der Fallschirmkammer.
Da bei der geplanten zweistufigen Bergung das Fallschirmmodul mit Spitze nach holen des Hauptschirmes am Hilfsschirm separat landen soll, habe ich zur besseren Auffindbarkeit in die Rückwand einen extrem lauten Piezo-Piepser eingebaut, der ebenfalls durch den Timer angesteuert wird.
Die (hoffentlich) offene Fallschirmkammer soll zusätzlich als Schalltrichter wirken.



Hier zu sehen die Funktion der Schalter und LED´s. Auf dem rechten Bild sieht man die beiden verdrahteten Messingröhrchen außen an der Wand des Moduls, hier wird als Abreisskontakt eine Drahtbrücke eingesetzt, die über eine Leine mit der Rampe verbunden ist und beim Start die Zeitverzögerung startet.

So, nun muß ich erstmal weiterbauen.

Gruß Jan

Geändert von Kabelmann am 31. Januar 2009 um 22:49

Kabelmann

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Beitrag 111982 , Endmontage [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 17:26]

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So, da bin ich wieder.

Die Endmontage inklusive Funktionstest steht an. Vielleicht funktionierts ja sogar...



Bin dann gestern abend nochmal schnell in der, dem Wohnhaus angegliederten Raketenschmiede verschwunden und, was soll ich sagen, es ist fertig.
Die Schaltung ist, wie oben schon gezeigt, auf einer Lochrasterplatine aufgebaut, die Leiterbahnen sind aus Draht gezogen und verzinnt. Sieht nicht gerade supersauber aus, erfüllt aber bei so einer kleinen Schaltung den Zweck.
Von Lochstreifen halte ich überhaupt nix, da Schaltungen auf Streifenplatinen lange nicht so klein werden. Wobei auch das hier alles noch etwas kleiner geht.



Hier der Blick in die fertige Fallschirmkammer. In der Rückwand versenkt sitzt der Piezo-Piepser.
Die offene Kammer verstärkt das Piepsen deutlich, hoffentlich bewährt sich das auf der Wiese und ist nicht noch zu leise. Meine 5-Liter ist mir im Sommer in einem Maisfeld gelandet, daher stammt die Idee dazu. Ansonsten trotzdem nettes Gimmick, macht was her.
Die Kammer selbst bietet genug Platz für einen gut gepackten Schirm von bis zu 90cm.

Das funktionsfähige Modul auf dem Bild rechts (ohne Schirm, ohne Batterie) wiegt laut Küchenwaage 92g.
Mit Batterie sind es reichlich 50g mehr, also 144g. Also nicht unbedingt was für 1-Liter Raketen...




Hier nochmal die Büroklammer als Abreisskontakt, das 3mm Messingrohr ist Meterware aus dem Baumarkt.
Das andere Bild zeigt das Klappengummi und die Zuhaltung. Bei der Zuhaltung zeigt sich ein weiterer Vorteil gegenüber dem TomyTimer. Da Klappengummi kann extrem stramm sein, der Stift gleitet trotzdem leicht durch den kleinen Schlüsselring.
Ich kann als die Auswurfgummis sehr stramm machen und entsprechend große Schirme in die Kammer propfen, die Klappe kann stramm zugezogen werden. Beim TomyTimer kann eine zu große Spannung des Klappengummis zum seitlichen verwinden der Achse und so zum Blockieren der Timermechanik führen.

Soweit ist es also fertig montiert, wäre schön, wenn jetzt alles so hinhaut, wie es dem Erbauer vorschwebte.

Anbei nochmal zwei Videos, extra für Euch.

Video #1:
Funktionstest (Auslösung und Reset) nach Einbau der Platine ca. 6MB Download hier

Video #2:
Funktionstest nach Fertigstellung, Testauswurf mit Fallschirm ca.2MB Download hier

Videos sind nicht gepackt und liegen direkt auf meiner Seite, also keine Wartezeit, Popups etc.
Viel Spaß.

So, das haut alles hin, dann kann ich ja das Zweite fertigbauen und mich anderen Dingen widmen. wink

Ihr hört von mir.

Gruß Jan


Geändert von Kabelmann am 31. Januar 2009 um 22:50

andreasweber

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Beitrag 111983 [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 17:26]

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Man Man Man du verblüffst mich immer wieder. Sieht super aus!
Wieso nimmst du nicht anstatt des Abreiskontakts einen Beschleunigungsschalter der bei Start der Rakete die Schaltung in Gang setzt? Da du ja eh eine 9Volt Block Batterie mitfliegen lassen musst könntest du dann zum dauerhaften durchschalten ein Relais mit Selbsterhaltung verwenden.

Gruß
Andy

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Beitrag 111989 [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 17:35]

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Hi Andreas

Zum Starten des Vorganges brauche ich einen Öffnen, statisch, keinen Impuls.
Sicher kann ein Relais in Selbsthaltung sowas, aber:

-ein Relais sind drei Bauteile mehr (Schalter, Relais, Freilaufdiode)
-ein Relais verbraucht Strom, wenig zwar, aber Strom
-ein Relais macht bei einer Beschleunigung von bis zu 90G Dinge, die das Relais eventuell selber nicht möchte, und ich schon gar nicht.

Also Büroklammer!! In diesem Fall ist KISS besser.

Gruß Jan
Robert93

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Beitrag 111991 [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 17:38]

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Hi,
dein Elektronischer Fallschirm auswurf sieht echt toll aus!
Ich werd demnächchst mal wieder ne bestellung an Conrad abschicken damit ich das mal nachlöten kann.
Könntest du vieleicht nochmal den schaltplan für die Komplette Anlage reinstellen zum besseren verständis?
andreasweber

Poseidon

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Beitrag 111995 [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 17:40]

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Oke Oke bin schon stillbig grin!

Gruß
Andy

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wolke

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Beitrag 112004 [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 18:09]

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Hi Jan!

Oha! Nicht schlecht, herr Specht! stick out tongue
Was hast Du geschrieben? Das F-Modul landet seperat?? na dann...
Die Idee mit dem Beschleunigungsmessen gefällt mir übrigens auch nicht so gut, das wäre dann ja noch mehr elektronik, die ausfallen könnte!!!

Ich bin mal wieder sehr gespannt, ob und wie das Ganze dann funktioniert big grin

viele Grüße, wolke

Je mehr Käse, desto mehr Löcher.
Je mehr Löcher, desto weniger Käse.
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Bäckchen

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Beitrag 112006 [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 18:20]

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Hallo Jan,
tolle Sache diese elektronische Auslösung. Wie bringst du das Servo in die Ausgangsstellung d.H. Stift nach draußen ?
Gruß
Andreas

In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders !?
Kabelmann

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Beitrag 112012 [Alter Beitrag21. Januar 2007 um 18:34]

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Hi Bäckchen

Dafür ist der untere Schalter auf der Rückseite da:

Stellung Reset: Servo fährt nach rechts in Bereitschaftsstellung (Stift draussen) bis gegen den Endlagenschalter und bleibt so stehen.

Stellung Betrieb: Servo liegt an Ausgangsspannung der Timerschaltung und wartet auf Ansteuerung.
Bei Ansteuerung fährt es dann nach links (Stift wird eingezogen) bis gegen den Endlagenschalter und bleibt stehen.

Der Restschalter ist ein 2xUM und ändert die Servoansteuerung von Timerausgang (über Endschalter) auf direkt Batterie + (über Endschalter), außerdem wechselt er die Polarität, damit der Servo andersherum dreht.

Die Beschaltung dieses Schalters ist für fast 90% des Strippengewusels verantwortlich.

Gruß Jan


Geändert von Kabelmann am 21. Januar 2007 um 18:44

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