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AlexanderM

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Beitrag 114846 , Monergol [Alter Beitrag03. März 2007 um 15:43]

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Hallo allerseits,
vielleicht ist das ja nur eine Schnapsidee (obwohl ich nüchtern bin smile ), aber erwähnen möchte ich es trotzdem einmal:
Gestern habe ich irgendwo gelesen, daß N2O u.a. deswegen zum Aufschäumen von Schlagsahne eingesetzt wird, es unter Druck in Speisefett gut löslich sei.
Jetzt herrscht ja in einem Sahnesprüher kein so sehr hoher Druck und Sahne besteht auch nicht nur aus Fett. Wenn man nun reines Speiseöl nähme, in einen Drucktank füllt und N2O dazugibt bis auf z.B. 80 bar, dann sollte sich doch wesentlich mehr davon im Fett lösen, vielleicht sogar genügend um die Verbrennung zu gewährleisten. Abgesehen davon liegt N2O bei diesem Druck bei Raumtemperatur eh' flüssig vor und so ließen sich die beiden Flüssigkeiten dann vielleicht im bel. Verhältnis mischen. Dann hätte man einen monergolen Treibstoff smile
Spritzt man den dann (Eigendruckförderung) in eine Brennkammer (natürlich mit Rückschlagventil), schäumt das Ganze aufgrund des Druckabfalls auf (evtl. noch ein Schäumungsmittel zusetzen) und kann gut gezündet werden, da ja Oxidator und Brennstoff bereits gut miteinander vermischt sind.
Der Vorteil wäre dann, daß der Motor noch einfacher zu bauen wäre, als bei einem herkömmlichen Hybrid.
Ein mögliches Problem sehe ich darin, daß die Mischung evtl. explosiv sein könnte oder, anderes Extrem, schwer entzündlich ist.
In jedem Fall: Was haltet Ihr von der Idee? Weiß jemad näheres? Kann ja gut sein, daß das schon mal jemand gemacht hat (dann ist's meist eine gute Idee).

Mit besten Grüssen,
Alexander
Oliver Arend

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Oliver Arend

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Beitrag 114847 [Alter Beitrag03. März 2007 um 16:20]

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Ich glaube, das mit dem Schäumen ist eine spezifische Eigenschaft von Sahne (und Eiweiß)... aber an einen "normalen" Salatöl- und Lachgas-Hybriden, bzw. in diesem Fall Flüssigtriebwerk, habe ich auch schon gedacht.

Willst Du daraus eine Art "Feststoff"- (also Schaumstoff-) Triebwerk bauen oder willst Du einfach diesen Treibstoff in eine Brennkammer einspritzen und dort verbrennen, also wie bei einem normalen Hybriden oder Flüssigtriebwerk?

Oliver
AlexanderM

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Beitrag 114852 [Alter Beitrag03. März 2007 um 19:23]

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Zitat:
Willst Du daraus eine Art "Feststoff"- (also Schaumstoff-) Triebwerk bauen oder willst Du einfach diesen Treibstoff in eine Brennkammer einspritzen und dort verbrennen, also wie bei einem normalen Hybriden oder Flüssigtriebwerk?


Hallo Oliver,
da hatte ich eher an letzeres gedacht, da bei der ersten Variante der Reload ja unter (hohem) Druck gelagert und in die Brennkammer gepackt werden müßte, ansonsten entweicht das N2O ja sofort. All dies stelle ich mir als sehr unpraktisch vor. Bei der 2. Variante kann man Öl und Lachgas getrennt lagern und erst kurz vor dem Start beides in den Tank füllen.
Im Prinzip handelte es sich um ein Flüssigtriebwerk, man bräuchte aber nur einen Tank, Zuleitungen, etc., was ja den Aufwand reduziert. Das Triebwerk bestände nur aus einer kleinen Brennkammer, dem Tank mit dem Gemisch und einem Reduzier/Rückschlagventil. Wichtig ist v.a., daß die Brennkammer viel kleiner sein kann, evtl. auch mit höherem Druck betrieben wird, was die Leistung steigert (?).
Ich weiß bis jetzt aber noch gar nicht, ob so etwas überhaupt funktioniert.

Es ist bislang auch nur eine vage Idee. Ich wollte halt nur fragen, ob das schon mal jemand näher untersucht und möglicherweise bereits aus diesem oder jenem Grund verworfen hat.
Dann könnte ich es auch vergessen und mich anderem zuwenden. wink

Mit besten Grüssen,
Alexander
Stefan Wimmer

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Beitrag 114856 [Alter Beitrag03. März 2007 um 20:26]

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...ich könnte mir vorstellen, dass das recht ungünstige Verhältnis von Oxydator zu Brennstoff (soo viel wird sich da nicht lösen) ein KO-Kriterium ist. Der Motor brennt wohl (wenn überhaupt) sehr fett (im doppelten Wortsinne).

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AlexanderM

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Beitrag 114885 [Alter Beitrag04. März 2007 um 14:27]

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Zitat:
.. recht ungünstige Verhältnis von Oxydator zu Brennstoff (soo viel wird sich da nicht lösen) ein KO-Kriterium ist.


Hallo Stefan,
ja, das könnte natürlich sein. Auf der anderen Seite liegt N2O ja unter hinreichendem Druck (~80 bar?) bei Raumtemperatur flüssig vor. Vielleicht ist es ja dann in beliebigem Verhältnis mit Speiseöl mischbar und dann könnte man im Drucktank ein entsprechendes, stöchiometrisches Gemisch herstellen...
Aber das ist bisher alles nur "hätte, könnte, würde". Deswegen frage ich ja in die Runde, ob da jemand näheres weiß.

Mit besten Grüsssn,
Alexander
Neil

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Neil

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Beitrag 114922 [Alter Beitrag04. März 2007 um 20:47]

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Hi,

N2O wird als Treibgas bei Sahne verwendet, weil es nicht wie CO2 Kohlensäure in der Milch bildet. Diese Säure würde die Milch ausflocken lassen und es gebe keine Sahne mehr sondern eher sowas wie Quark aus der Dose.

Gruß

Neil

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AlexanderM

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Beitrag 114960 [Alter Beitrag05. März 2007 um 12:29]

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Zitat:
... weil es nicht wie CO2 Kohlensäure in der Milch bildet


Hallo,
ja, schon klar, aber das ist nicht der einzige Grund. Und für die Verwendung als Raketentreibstoff sowieso nicht, es sei denn, jemand will unbedingt Eiweiß als Brennstoff verwenden (lieber nicht nehmen wink )
Gruß,
Alexander
hybrid

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Beitrag 115185 [Alter Beitrag09. März 2007 um 00:08]

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Hatte diese Idee mit N2O/Alkohol, bzw N2O/Benzin. Musste mir sagen lassen, daß die Mischung explosiv ist.
Oxidator+Brennstoff eben.
Mischungsverhältnis lässt sich ja beliebig einstellen.

Stöchiometrisch ist bei Raketenmotoren NICHT die beste Lösung. Habe ich schon ein paar mal gepostet.

Grüße
Malte
AlexanderM

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Beitrag 115207 [Alter Beitrag09. März 2007 um 12:54]

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Hi,
das mit dem explosiv dachte ich mir auch schon. Übrigens ist das System dann gar nicht so viel einfacher. Lediglich die Brennkammer wäre kleiner.
War also nur so eine Idee, kann man jetzt also abhaken. wink

Beste Grüsse,
Alexander
Neil

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Beitrag 115210 [Alter Beitrag09. März 2007 um 13:36]

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Hi,

ich denke das Problem liegt darin, das die Flamme durch den Einspritzkopf in den Tanks chlagen kann. Aber vielleicht kann man das ja abkühlen und als Festtreibstoff nehmen?

Gruß

Neil

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