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Duke

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Beitrag 7623781 , Aerotech Bausätze und Fragen [Alter Beitrag11. Dezember 2012 um 13:56]

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Hallo,

ich habe heute meine 2 Aerotech Bausätze aus den USA bekommen, Mustang und Warthog.
Wenn man sich die Konstruktion so anschaut, stellen sich mir einige Fragen:

1) Flossen und Befestigung
Die Raketen haben Kunststoffflossen, in die Rakete kommen einige Gegenstücke aus Kunststoff, dann wird alles verklebt.
Die ganze Konstruktion macht die Rakete relativ schwer. Des Weiteren liegt dadurch viel Gewicht hinten, was den Schwerpunkt nach hinten verlagert. Wäre es nicht sinnvoller, die Flossen aus Balsa bzw. Sperrholz zu fertigen und "konventionell" zu befestigen, damit könnte man das Gesamtgewicht deutlich reduzieren. Hat jemand Erfahrungen damit?

2) Ausstoß und Gaskühlung
Gibt es hier jemanden, der die Raketen mit dem vorgeschlagenen Ausstoßkülsystem (Stahlwolle) fliegt? Erfahrungen?

3) Warthog
Hat jemand dieses Modell? Wie ist das mit dem Mumpitz außen dran (diese Kunststoffschienen und Pappringe)? Ist das stabil? Ist die Optik das zusätzliche Gewicht wert?


Schonmal vielen Dank und viele Grüße

Ralf
Trevize

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Beitrag 7623782 [Alter Beitrag11. Dezember 2012 um 15:25]

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Hallo Ralf,

Die Aerotech-Modelle sind ausgereift und aerodynamisch stabil. Da brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Die Kunststoff-Flossen stecken auch härtere Landungen gut weg. Auch die Kühlung der Ausstoßgase mit Edelstahlwolle ist eine ausgereifte und auch wiederholt reibungslos funktionierende Sache.

Aerotech-Modelle haben m.E. nur zwei Mankos: Einmal die "Leitröhrchen" - ich würde die Modelle an deiner Stelle gleich auf Railbuttons umrüsten (wg. rod whip: http://www.railbuttons.com/rb/rodwhip.asp) - und dann eben, dass sie vergleichsweise perfekt sind.

Grüße,

Hagen
Duke

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Beitrag 7623783 [Alter Beitrag11. Dezember 2012 um 16:58]

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Hallo Hagen,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich bin mir sicher, daß die Aerotech Raketen konstruktiv absolut top und ausgereift sind, kein Zweifel. Aber sie sind für den US-Markt ausgelegt, und die fliegen nach dem Motto "je mehr Treibsatz ich reinbringe, desto besser". Irgendwo hab ich was von Mustang und Mach gelesen...grazy2

Die Frage war eher, ob es Sinn machen würde über Gewichtsreduzierung nachzudenken und damit schwächere Treibsätze fliegen zu können. Aber Du hast recht, das kann man selbst mal schnell probieren und die in der "Light-Version" einfach nachbauen.

Dann bau ich sie einfach mal nach Anleitung (nur über die seitlichen Stäbe an der Warthog bin ich mir noch nicht sicher).

Viele Grüße


Ralf

Geändert von Duke am 11. Dezember 2012 um 17:01

Andreas B.

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Andreas B.

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Beitrag 7623789 [Alter Beitrag11. Dezember 2012 um 23:11]

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@ Ralf, wie Hagen schon schrieb sind die AEROTECH-Bausätze optimal durchgerechnet und konstruiert.
Ich habe die HV-Arcas, die Strong Arm, die G-Force und die Wart-Hog (Nachbau) im Einsatz.
Außer den Leitröhrchen solltest du an den Modellen wirklich nichts ändern!


Hier meine Wart-Hog auf F24-4W im Einsatz (Foto von Dirk)




Andreas

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Duke

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Beitrag 7623791 [Alter Beitrag12. Dezember 2012 um 09:21]

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Hallo Andreas,

F24-4W ? Geil. Merci für die Antwort und das Feedback. Ich habe gestern die Mustang fertiggestellt. Das Modell ist super schön und schnell zu bauen, die Konstruktion ist sehr solide und durchdacht. Aber es fällt folgendes auf:

Die Motorhalterung mit den ganzen Flossenhaltern, Flossen und dem Gaskühlsystem (ein Topfreiniger... schickwink ) führt dazu, daß die Rakete 360 g wiegt. Das ist ein ganz schöner Bomber geworden. Das Konzept, eine tragende (innere) Struktur zu erzeugen, die nicht auf dem Außenrohr basiert ist interessant. Die Gewichtsverteilung führt auch dazu, daß man ein sehr großes Leitwerk braucht, sieht fast aus wie ein Tennisschläger, hehehe....

Das Thema dabei ist dabei für mich, wie gesagt, lediglich das Gewicht. Ich werde auf alle Fälle zumindest die Mustang nochmals nachbauen, aber in light. Dann kann man auch gleich vergleichen, wie groß der Unterschied bei den Flugeigenschaften wirklich ist.
Wie hast Du denn die Warthog konstruiert? Auch mit dem inneren Trägersystem für die Flossen wie beim Original? Oder klassisch-traditionell einfach außen drangeklebt?
Auf den Bildern sieht es so aus, als hättest Du die 4 Längsrails auch weggelassen, die dienen eh nur der Optik (ich werde sie auch weglassen).
Noch eine Frage: hast Du Railbuttons oder Leitröhrchen verwendet? Es sieht so aus, als hätte die Startrampe einen Leitstab?

Für mich ist das Gewicht deshalb ein Thema, weil ich kein T2-Schein Inhaber bin. Ich brauche also immer einen Paten, sobald es über 20g geht und sich an der derzeitigen Gesetzeslage nichts ändert. Deshalb wäre es gut, wenn auch mit schwächeren Treibsätzen ab und zu was gehen würde. Aber das wird sich dann schon zeigen. Denis hat mir eh schon prophezeit, daß eine Infektion mit dem Raketenvirus sehr bald zu großen Raketen führen wird.

Nicht daß ich falsch verstanden werde. Ich bin ein Neuer hier, meine Erfahrungen sind daher ziemlich limitiert. Aber die Technik hinter einer Rakete ist ja nicht wirklich ein Hexenwerk, wenn man die Zusammenhänge zwischen Druckpunkt und Schwerpunkt verstanden hat und ein bißchen Gefühl hat für Strukturen und deren Stabilität. (Ich bin Ingenieur und habe viele Jahre Schwingsysteme entwickelt, z.B. zum Testen von Airbagsensoren). Ein technischer Background bezüglich Strukturen und deren Verhalten ist also einigermaßen da.

Heute mache ich die Warthog fertig, dann wird ein wenig lackiert, dann poste ich mal ein paar Bilder.

Viele Grüße


Ralf
Oliver Arend

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Oliver Arend

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Beitrag 7623795 [Alter Beitrag12. Dezember 2012 um 12:49]

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> Wie hast Du denn die Warthog konstruiert? Auch mit dem inneren Trägersystem für die Flossen wie beim Original? Oder klassisch-traditionell einfach außen drangeklebt?

Sog. Through-the-wall-Flossen sind gängig bei allen (größeren) Modellen. Wenn Du Ingenieur bist (so wie ich), kannst Du mal überschlägig rechnen, wie so eine stumpfe Klebenaht ein Biegemoment (Flosse bei der Landung) aufnimmt/überträgt, und wie eine Konstruktion mit einem zweiten Lager am Motorrohr arbeitet.

Um das Gewicht zu verringern, kannst Du ja Flossen aus geschäumtem Kunststoff und Kohlefaser bauen.

Oliver
Duke

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Beitrag 7623796 [Alter Beitrag12. Dezember 2012 um 13:09]

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Hallo Oliver,

keine Frage, Through-the-Wall ist natürlich stabiler. Aber die Lil´Nuke (LOC) hat auch die 08-15 Außenklebung, und für mich ist das schon ne größere Rakete (auch wenn Ihr mich jetzt wahrscheinlich auslachen werdet).

Meine Frage zielt mehr auf das von Aerotech beschriebene Prinzip, daß die Motoreinheit (mit Spanten, Kühler, Flossenhalterung, Flossen) eine statisch stabile Einheit ist, auch ohne Außenohr, so hätte ich das zumindest verstanden. Das hieße für die nachgebaute Warthog von Andreas, daß die Halterung der Flossen (through-the -wall) so sein könnte wie beim Original, nämlich strukturell viel stabiler als nur "Gegenhalter" für das Biegemoment, das auf die Flossen einwirken kann. Das hieße, das man relativ stabile Führungen zwischen Motorrohr und Hauptrohr bräuchte, mit passenden Nuten für die Flossen, z.B. Kunststoff oder Balsaringe mit ca. 5 mm Wandstärke und 20 mm Länge. Mich würde natürlich interessieren, wie Andreas das gelöst hat.

Ich habe hier auch schon gelesen, daß Leute Sandwichflossen gebaut haben, das klingt sehr interessant.


Viele Grüße


Ralf

Andreas B.

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Beitrag 7623797 [Alter Beitrag12. Dezember 2012 um 21:56]

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Zitat:
Original geschrieben von Duke
Das hieße, das man relativ stabile Führungen zwischen Motorrohr und Hauptrohr bräuchte, mit passenden Nuten für die Flossen, z.B. Kunststoff oder Balsaringe mit ca. 5 mm Wandstärke und 20 mm Länge. Mich würde natürlich interessieren, wie Andreas das gelöst hat.
Ralf





@ Ralf, mach es dir nicht zu kompliziertwink
Ich selber baue eigendlich alle meine Modelle in "TTW"-Bauweise
bei den kleinen leichten Raketen ( bis ca 500g und F-Motor) schlitze ich aber einfach nur das Körperrohr, stecke die Flossen aus 3mm Flugzeugsperrholz hindurch und verklebe sie stumpf mit dem Motorrohr. Dafür verwende ich meist Ponal Holzleim. Außen am Körperrohr wird dann nur noch eine
kleine Naht zwischen Flosse und Rohr aufgelegt. Das reicht in dieser Größenordnung meiner Meinung nach noch völlig aus.

Übrigens du hast richtig hingeschaut, meine Warthog hat zur Führung nur Leitröhrchen und wird vom Stab gestartet. Davon ist aber abzuraten.
Das Modell war aber eines meiner ersten größeren und ist ca. 12 Jahre alt, klar, damals wusste ich es noch nicht besser, heute würde ich Railbutten anbauen.

Andreas

Geändert von Andreas B. am 12. Dezember 2012 um 21:59


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