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AchimO

Wasserratte

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Beitrag 7639204 , Haunebu II alias Reichsflugscheibe [Alter Beitrag16. November 2016 um 11:37]

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Hier also - wie schon angekündigt - die "Reichsflugscheibe".

Bei der Beschäftigung mit meinem Flugkreisel stieß ich auf diverse Webseiten, die sich über "Haunebus" und "Reichsflugscheiben" ausließen. Da haben aber offenbar viele auch voneinander abgeschrieben und womöglich noch etwas hinzugedichtet. Wenn man mal viel Zeit hat, ist es amüsant, danach zu stöbern. Es findet sich ja hier im Forum auch ein Thread dazu:

http://www.raketenmodellbau.org/forum?action=viewthread&threadid=651055&page=1

Jan hat ja mal ein Bild eines Modells hier reingestellt:

http://www.raketenmodellbau.org/forum?action=viewthread&threadid=651055&page=8

Der Link zu Sheri's Hot Rockets bringt jetzt aber leider dazu nichts mehr.

Egal, was von den Reichsflugscheiben zu halten ist: Ich überlegte mir, ob solch ein Modell nicht auch in die Luft zu bringen wäre. Für "Eingeweihte":

Natürlich würde das keinen Tachyonen-Antrieb bekommen, sondern müsste sich mit einem Cluster aus schnöden Klima-Motoren begnügen. Auch hätte das nichts mit dem "Neuschwabenland" zu tun.
Aber immerhin kämen die Motoren aus dem Schwabenland! Das ist doch auch schon etwas.

Der erste Schritt ist natürlich eine (technische) Zeichnung. Sie zeigt ein Haunebu II (manche sagen ja auch "Hanebü") im Maßstab 1 : 48. Haunebu II ist wohl das bekannteste. Es soll 23 m Durchmesser haben, bei mir 48 cm. Das ist die gleiche Größe, die auch mein Flugkreisel hat; könnte vielleicht Vorteile in Bezug auf eine Startrampe für beide haben.



Vorversuche:

Meine Idee war, eine mechanische Kreiselstabilisierung einzubauen. Im Innern sollte also ein Kreisel rotieren, so dass sich beim Start die Kabine noch nicht mitdreht. Es sieht ja so aus, als ob das Ding keine aerodynamische Stabilität hat. Allerdings bietet Robert Klima so ein kleines UFO an, was offensichtlich irgendwie fliegt. Ist aber wohl wesentlich exakter in eine Form gepresst, als man es selbst zusammenkleben könnte.

Solche Ideen sind ja hier im Forum auch schon diskutiert worden:

http://www.raketenmodellbau.org/forum?action=viewthread&threadid=7340&page=1

In einem Vorversuch nahm ich mir eine ausgediente Hard Disk von einem PC und versuchte, den Motor mit einer Arduino-Steuerung zum Drehen zu bringen. Das gelang nach einigem Stöbern im Internet mehr schlecht als recht. Immerhin brachte ich ihn für kurze Zeit auf hohe Drehzahl, bevor er dann wieder zum Stillstand kam. So konnte ich testen, ob die stabilisierende Wirkung des "Kreisels", bestehend aus Motor und den beiden Scheiben der Hard Disk, ausreichend sein würde. Sie war sehr schwach, so dass ich davon Abstand nahm. Später versuchte ich den Antrieb noch einmal über einen sogenannten ESC (Electronic Speed Controller), das sind die Regler, die in den Coptern verwendet werden. Damit und mit einem Servo-Tester ließ sich der Hard Disk Motor immerhin sehr schön steuern. Hier die Links:

https://www.youtube.com/watch?v=CMz2DYpos8w

https://www.youtube.com/watch?v=JsmK6QHw9xM

Ich versuchte es also nun mit einem sogennanten "Brushless Motor" aus dem Copter-Bereich. Ich nahm den Roxxy BL Outrunner 2824-26, denn der war bei schneller Lieferung im Vergleich mit anderen preiswert. Es ist ein Wahnsinn, was die Dinger drauf haben! Er dreht im Leerlauf mit 2350 U/min je Volt und verträgt 6 bis 18 Volt. Ich testete das dann mal mit einem angebrachten Propeller, was mich sehr schnell davon überzeugte, auf dem richtigen Weg zu sein.

Wie nun aber den Kreisel bauen? Eigentlich hatte ich gedacht, die Scheiben der Hard Disk zu verwenden, weil die so schön gerade und gleichmäßig rund sind. Leider ist das Loch in der Mitte zu groß, um solch eine Scheibe am Motor zu befestigen. So biss ich in den sauren Apfel, erinnerte mich an mein Ingenieurpraktikum, besorgte mir im Baumarkt ein Alublech (1 mm Durchmesser), nahm einen Zirkel, spannte eine Nadel in den Zirkel statt der Bleistiftmine, schlug damit einen Kreis und nahm Säge und Feilen zur Hand, um das rund zu bekommen. Das gelang auch so einigermaßen. Außer dem Loch in der Mitte wurden außen noch drei Löcher gebohrt und dort jeweils Schrauben mit Muttern angebracht, um mehr Gewicht nach außen auf die Scheibe zu bringen.

Zu viel Gewicht ist m. E. nicht gut, denn dann läuft der Motor womöglich nicht an. Ich merkte es daran, dass der Motor ohne die Schrauben leichter anlief.



Ein Test ergab, dass dieser Kreisel recht gut wirkte. Ich traute mich noch nicht einmal, ihn auf volle Geschwindigkeit zu bringen, weil ich Bedenken hatte, dass ich die Lager des Motors ins Jenseits befördern könnte: so gut ausgewuchtet ist das mit meiner handgefeilten Scheibe natürlich nicht. Dennoch schien mir die Wirkung ausreichend. Der Motor sollte aber noch etwas gekühlt werden, obwohl er längst nicht an seiner Lastgrenze läuft. So wurden an drei Stellen im Innern der Scheibe Bohrungen angebracht, so dass nach etwas Feilen Laschen entstanden, die hochgebogen werden konnten. Die sollen wie ein Minipropeller Luft nach unten Richtung Motor drücken.

Damit waren also die Vorversuche abgeschlossen.

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AchimO

Wasserratte

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Beitrag 7639205 [Alter Beitrag16. November 2016 um 11:46]

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Nun zum Bau:

Das tragende Teil besteht aus einer Sperrholzscheibe (4 mm stark). Sie ist aus Gewichtsgründen mit Öffnungen versehen, so dass Stege stehen bleiben:



Oben auf die Sperrholzscheibe wurde der Motor geschraubt, darüber mit Gewindestangen eine Sperrholzplattform, die die Fallschirmkammer tragen soll.

Unter der Sperrholzscheibe wurde - auch zur Befestigung der Unterkonstruktion - ein Körperrohr mit 50 mm Durchmesser angebracht, so dass eine Cluster-Halterung von Robert Klima eingeschoben werden kann.

Das Profil für die Untertassenform entstand durch Spanten, gebildet durch ein Sperrholzteil (wieder mein geliebtes 3 mm Sperrholz von den Mandarinenkisten) in der entsprechenden Form, auf das ein Streifen aus 2 mm Abachi geklebt wurde:





Die Spanten habe ich dann mit Streifen von 1,5 mm Balsaholz beklebt. Kritik: Aus Scale-Sicht war das natürlich eine Fehlentscheidung! Denn es entsteht keine so schön runde Form, sondern man sieht deutlich die einzelnen Segmente. Besser wäre es gewesen, Konusse aufzukleben, dann wäre es schön rund geworden. Wäre wohl auch einfacher gewesen, wenn ich z. B. Finnpappe genommen hätte, weil die einzelnen Stücke länger geschnitten werden könnten. Der zweite Fehler war - im nachhinein gesehen -, die Spanten frei auf die Sperrholzscheibe aufzukleben, ohne gleichzeitig die Unterkonstruktion anzubringen. Dann wären die Enden der Spanten wohl besser ausgerichtet gewesen. Aber nun ist es mal so.

Bild von der Seite:



Und von unten:



Die oben sitzende Kabine habe ich aus Pappe (Rückseite eines Schreibblocks) geklebt. Sie wird in Form gehalten oben durch einen Ring aus Finnpappe (2mm) und unten durch den angeklebten Konus (wieder berechnet mit dem Programm vom RMC Sachsen). Der obere Ring soll auch die später dort sitzende Halbkugel mit stützen.



So weit der aktuelle Stand. Jetzt geht es daran, die Halbkugeln zu bauen. Das Verfahren ist ja nicht neu: Luftballon in entsprechende Größe aufblasen und verschließen. Zuerst Papierstreifen mit Tapetenkleister aufkleben und trocknen lassen. Danach mit Glasfaserstreifen und Epoxidharz laminieren.

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bully

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Beitrag 7639206 [Alter Beitrag16. November 2016 um 13:46]

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nur mal nebenbei, das UFO von Klima funktioniert im Prinzip wie ein Frisbee. Habe früher mal Frisbees mit Held Motore zum fliegen gebracht. Hat prima funktioniertbig grin

Michael




Aus jedem Versuch wird man etwas mehr kluch!?
MikeHB

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Beitrag 7639209 [Alter Beitrag16. November 2016 um 17:58]

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whoa Auch hier: Video vom Flug!

VG
Michael

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AchimO

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Beitrag 7639212 [Alter Beitrag17. November 2016 um 12:36]

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@bully:
Habe ich das jetzt richtig verstanden: Du meinst, das könnte auch ohne mechanische Kreiselstabilisierung fliegen?

@MikeHB:
Klar, Video vom Flug muss sein. Manchmal bin ich aber leider so aufgeregt, dass ich nicht die ganze Zeit stur draufhalte.
Würde das ja gerne auf dem Frühjahrs-TFT starten, aber Mitte März bin ich wohl noch in Australien, um den 1. Geburtstag meines Enkelkinds zu feiern. Da wird es wohl erst zum RJD.

Gruß Achim

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Beitrag 7639213 [Alter Beitrag17. November 2016 um 13:12]

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also das UFO von Klima steigt fast senkrecht auf, dreht am Gipfelpunkt um und landet auf den als Antennen montierten Federn.
Die Frisbees die ich gebaut hatte sind erst nachdem die Oberseite mit 4 Öffnungen versehen wurden fast gut geflogen. Wegen der nach Innen gewölbten Unterseite haben die sich aber genau wie ein normaler Frisbee verhalten.
Aus der alten Fernsehserie Raumpatroille Orion habe ich mal den schnellen Raumkreuzer Hydra aus zwei mit einander verklebten Partyteller mit zentralem Motorrohr gebaut. Das flog besser als die beiden ersten Modelle, aber nur etwa 30m hoch mit einem C6-0. Die Landung war gleitend.



Alle diese Modelle sind ohne Kreisel geflogen.

Michael




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AchimO

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Beitrag 7639215 [Alter Beitrag17. November 2016 um 14:52]

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Ist ja sehr spannend! Beim zweiten Flug könnte ich dann ja mal den Kreisel ausgeschaltet lassen.

Gruß Achim

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Beitrag 7639218 [Alter Beitrag18. November 2016 um 09:48]

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Sauber, endlich mal ein Haunebu.
Und dann noch mit Vril-Antrieb und Thule-Tachyonator.... meine Lieblingslektüre im Internet.

Ich bin wirklich schwer angetan, zumal von der Rippenkonstruktion.

Du sägst selber, keine Fräse? Ganz großes Kino!!

Freu mich, da Ding irgendwann mal fliegen zu sehen.

Und bau das nicht so klein wink

Gruß Jan
AchimO

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Beitrag 7639219 [Alter Beitrag18. November 2016 um 10:47]

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Habe für so etwas nur Sägen und Feilen zur Verfügung. Franst natürlich immer etwas aus, macht aber nichts, wenn es von außen nicht sichtbar ist. Und es ist ja bald Weihnachten, da hat man doch früher immer so Laubsägearbeiten machen sollen ...

Mit der Größe ist das so eine Sache. Habe ja keinen P2-Schein, da muss ich sehen, wie ich es mit einem Cluster in die Luft bringe. Es sei denn, Du bringst mir noch etwas mehr über Vril und den Tachyonen-Antrieb bei ...

Gruß Achim

Geändert von AchimO am 18. November 2016 um 10:50


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AchimO

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Beitrag 7639223 [Alter Beitrag19. November 2016 um 13:08]

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Die für die Haube bestimmte Halbkugel nach dem Aufkleben von Papierstreifen mit Tapetenleim:



und nach Laminieren mit Glasfaser und Epoxy mit anschließendem Schleifen:



Leider musste ich reichlich Harz und Glasfaser abschleifen, um es einigermaßen glatt zu bekommen. Aber das Harz hat sich gut in das Papier eingesaugt und so zur Stabilität beigetragen. Nach dem Einkleben in die Haube werde ich deren Teile alle noch mit Harz "verfestigen".

Für die kleinen Halbkugeln lief es mit normalen Luftballons nicht, da sie sich nicht auf so eine kleine Größe in einer guten Form aufblasen lassen. Daher habe ich "Wasserbomben" genommen und die mit Wasser befüllt:



Nach dem Aufkleben von Papierstreifen (hier habe ich Japanpapier genommen) und Trocknen hat sich das Papier an vielen Stellen hochgewölbt. So werde ich das vor dem nächsten Arbeitsgang noch etwas schleifen müssen. Hoffe aber, dass dabei die Bombe "nicht hochgeht".


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