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Lschreyer

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Beitrag 7644461 , Start der Falcon Heavy am Kennedy Space Center [Alter Beitrag17. April 2019 um 12:00]

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Mein Sohn und ich sind vor 2 Wochen in die USA geflogen um den Start der Falcon Heavy von SpaceX live zu erleben. Das war von mir ein Punkt auf meiner Löffel-Liste, einmal zum KSC und einen echten Start erleben.
Da passte es gerade gut, dass ein Start anstand, und mein Sohn wegen dem Abitur Zeit hatte.
Also habe ich die Gelegenheit genutzt und eine Reise geplant.

Der Start war für Sonntag 7 April angesetzt, aber da es der zweite Start einer Falcon Heavy war habe ich 4 Tage eingeplant.

Wir sind am 4. April von Hamburg aus über Island nach Washington DC geflogen. Dort wartete noch ein Punkt der Löffel-Liste: Das Smithsonian Air&Space Museum!
Dort wird alles ausgestellt, was die USA an Flug- und Raumfahrtzeugen entworfen und gebaut haben.
Da Washington damals ganz neu als Hauptstadt angelegt wurde konnte man das Museumsgebiet dafür optimal planen. Rundum der Washington Mall findet man so ein Museum und Denkmäler neben einander.

Da wir an einem Wochentag da waren war es nicht voll, sehr angenehm.

Wir haben dann erst morgens eine Segway-Tour durch DC gebucht, 4 Stunden per Segway bequem zu allen Sehenswürdigkeiten, was war sehr cool und die Fahrt mit dem Segway macht sehr viel spaß. Leider war es sehr kalt, ausgerechnet an dem Tag war eine Kaltfront. Um die 6° hatten wir und zu dünne Jacken, wir haben ordentlich gefroren. Die Tour führte an alle wichtigen Stellen, Weißes Haus, Lincoln Memorial, WK2-, Vietnam- und Koreadenkmal, das Capitol, die Mall und viele andere Denkmäler. Wirklich interessant, und der Führer war sehr witzig und hat alles erklärt.

Vor dem weißen Haus stand ein Mann mit einem "Build the Wall"-Schild :-) Ein anderer hat ihn dauernd beschimpft.

Nach der Tour sind wir dann per Uber (funktioniert wirklich genial!) zum Museum. Nach einer Sicherheitskontrolle kamen wir rein, und das war sagenhaft, wirklich beeindruckend. Vom original-Wright-Flyer bis zur X-15 über Apollo-, Mercury und Geminikapseln findet man da wirklich alles. Eine V2, Redstone, Juno, eine SS-20, X-15, ein Lunar Lander, diverse Sonden und Rover,das Mondauto, Skylab, Hubble, alles da!
Wir haben da 6 Stunden verbracht. einfach klasse.

Dann gingen wir ins Imax-Kino und haben und Apollo 11 angesehen, der läuft hier nicht, also die Gelegenheit. Seltene Aufnahmen aus dem Archiv aufbereitet, eine Wucht der Film. Imax macht das noch besser, man taucht da ein. Vor allem eine Szene wo die Saturn V auf dem Raupentransport zum Pad gefahren wird ist geil, der Sound von den brummenden Motoren, man spürt förmlich die Hitze der Sonne, genial gemacht.

Am nächsten Tag sind wir dann noch zum Naturkundemuseum, das berühmte aus dem Film "Nachts im Museum", und haben uns noch die (nicht von Nicholas Cage gestohlene) Unabhängigkeitserklärung und die Bill of Rights angesehen. ein Wärter dort machte da viel Spaß während wir warten mussten.


Insgesamt war DC alleine schon die Reise wert, eine beeindruckende Stadt, die Mall ist der Hammer. Die Denkmäler und Gebäude muss man mal gesehen haben. Alleine den Lincoln da im Tempel auf seinem Stuhl sitzen zu sehen, einzigartig.

Samstag mittag sind wir dann per Flieger nach Orlando geflogen. Das waren 2,5 Stunden, da war es dann 28°C, schön warm.


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Oliver Arend

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Beitrag 7644462 [Alter Beitrag17. April 2019 um 12:28]

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Ja, die Museen in DC sind super. In der Library of Congress hängt auch die Waldseemüller-Weltkarte von 1507.

Raketenstart am Cape ist natürlich der Hammer, aber ich hoffe auch mal einen Start auf Wallops Island zu sehen.

Habt Ihr auch die Außenstelle des Air & Space am Flughafen Dulles besucht? Da stehen noch ein paar weitere wichtige Exponate (Shuttle, SR-71, Do 335, ...) und ein paar hübsche Raketen.

Oliver
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Beitrag 7644463 , Space Center Houston [Alter Beitrag17. April 2019 um 16:38]

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Hallo,

für die US Reisegemeinde:

das Space Center in Houston ist auch eine Reise wert (war im Febr. dort), nicht nur Space Shuttle auf Boing 747, Saturn V, Mercury Redstone, Little Joe, sondern vor allem die Rundfahrt durch das HTC mit Besuchen der Control Center, Versuchshallen (Orion Mission) ist sehr sehenswert und ein Tag ist schnell vorbei dort....

Gruß

Thomas
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Beitrag 7644464 [Alter Beitrag17. April 2019 um 17:45]

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Zitat:
das Space Center in Houston ist auch eine Reise wert


Genau! Das steht noch auf meiner Wunschliste smile Ob das aber noch mal was wird?....
Rolli
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Beitrag 7644466 , ob das nochmal was wird... [Alter Beitrag17. April 2019 um 18:38]

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na klar wird das was ;-)

Ich rede da leicht, da ich dienstlich unterwegs war, musste ich wenigstens nicht für Ticket und Unterbringung löhnen, da kommt doch leider einiges zusammen, wenn man das in Reloads umrechnet. Privat hätte ich da schon gezögert. Aber Essen ist billig (und Sprit), wenn man auf Tex-Mex steht,

Gruß

Thomas
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Beitrag 7644467 [Alter Beitrag18. April 2019 um 09:18]

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Wir kamen in Dulles spät abends an, und konnten leider nicht mehr zur Außenstelle.
Ich hätte zu gerne die SR-71 gesehen. Unser Abflug von Washington ging vom anderen Flughafen aus.

Unser Flug nach Orlando ging fix, da haben wir ein Mietauto genommen für die weiteren Reisen.
Das Hotel dort war leider ein Fehlgriff, morgens ab halb sechs flog jede Minute ein Flugzeug drüber, an Schlaf war also nicht zu denken. Das haben wir dann korrigiert, das wurde auch netterweise vom Hotel akzeptiert. Wir kamen dann in einem Resort unter, wie die meisten Hotels in den USA für Selbstversorger, man muss also einkaufen und sein Essen selbst machen, es gibt kaum Restaurants in den US-Hotels, wenn dann meist nur sehr einfaches Frühstück mit Plastikteller und -Besteck. Ja, wirklich, gab es nur so, alles Plastik. Und wir verbieten Strohhalme :-)

Am nächsten Tag sind wir dann erst mal zum Playalinda Beach neben Cape Canaveral gefahren, ein sehr schöner öffentlicher Strand direkt neben der Spitze wo die Pads 39A und B stehen.
Da konnten wir die Rampe der FH schon sehen, ich bin noch ein paar km marschiert bis zum Zaun, da ging es nicht weiter. Leider standen da auch überall Kameras, dichter kam ich also nicht ran.
Die Sonne hat uns ein schönes Brandzeichen verpasst, wir waren einfach zu lange da :-)

Wir sind dann am nächsten Tag zum KSC gefahren, sehr cool wenn man sich da nähert und das VAB sieht, dann diverse Rampen, und dann steht man im Rocket Garden mit der Saturn IB und vielen anderen Raketen.

Das KSC ist wohl neuerdings renoviert und ausgebaut, wie ich hörte. Es ist schon ein Hammer was da alles ausgestellt ist. Man bekommt eine Bustour mit dem Ticket, die führt über das Center zum VAB, man sieht die Crawler, kann ins VAB schauen, dann gehts an den Pads vorbei zum Saturn Center.
Da kommt man erst in ein kleines Kino, wo die Geschichte der Saturn und der Apollo-programms gezeigt wird, dann gehen die Türen auf und man steht auf einmal vor der Saturn V!
Wow, das ist ein Anblick den man nicht vergisst.

Man kann im Saturn-Center um die ganze Saturn herum gehen, sich alles genau anschauen. Daneben sind dann noch Ausstellungen mit einer Apollo-Kapsel, den Lunar Lander, diverse Ausrüstungssachen wie Anzüge, Mondsteine, und ein Kino mit einer Vorführung zur Mondlandung.

Essen kann man da auch, sogar recht gut. Man kann sich da solange aufhalten wie man will, zurück geht dann wieder mit dem Bus. Die Busfahrer sind ausgesprochen motiviert, die sind sowas von stolz, das glaubt man nicht. Unterwegs gibts dann noch Natur zu sehen, Adlerhorste, Alligatoren usw. zeigen sie einem noch.

Zurück im KSC sind wir dann zum Shuttlecenter. Mein mich begleitender Sohn wusste nicht, dass da ein Shuttle steht, hihi :-)

Man geht unter dem Zentraltank und den Boostern ins Center, schön klimatisiert geht es in einen Raum mit Leinwänden. Dort wird die Geschichte des Shuttles von der Idee bis zur Stillegung gezeigt, sehr gut gemacht. Traurig macht die Inszenierung der beiden Unglücke, man merkt dass das immer noch tief sitzt, an allen Stellen wird den Opfern Ehre gemacht und ihnen gedacht. Am Ende ist es dann ganz still im Saal, dann wird plötzlich die Wand durchsichtig und man sieht das Shuttle dahinter, perfekt ausgeleuchtet hängt es da wie im All.
Es hängt leicht schräg und man kann komplett drumherum gehen, es fast anfassen. Super gemacht, man fasst es gar nicht dass man da so nah dran steht, und vor allem, wie riesig es eigentlich ist.
Es ist da so ausgestellt wie es aus dem All kam, Schmauchspuren sind noch dran.
Die Halle alleine soll 100 Millionen gekostet haben. Da gibt es noch viele Simulatoren, wo man z.B. den Arm steuern kann oder durchs All fliegen kann. Ein Motor steht da auch noch zum Anschauen.

Und die Reste der Challenger, ein Stück vom Rumpf, sowie die Fensterrahmen der Columbia, denen man ansehen kann welche Hitze da herrschte. Sehr traurig.

Weitere 60 Mio. wurden in den Shuttlesimulator investiert, da sitzt man in einem fiktiven Behälter in der Bay des Shuttles und startet ins All. Die Hinweise, alles sehr gut zu verstauen sollte man ernst nehmen, die Fahrt ist nach Aussage eines vor Ort befragbaren Astronauten sehr wirklichkeitsnah. Das rumpelt und schüttelt dass es einem die Brille vom Kopf schüttelt.

Insgesamt ein echter Hit, fast noch besser als das Saturn Center. Am Ausgang geht man ein Rampe herunter, an deren Seite alle Missionen des Shuttles gezeigt werden, da sieht man erst wie oft die abgehoben sind. War mir gar nicht klar.

Es gibt im KSC noch Sonderbustouren, u. a. die historische Tour zu den Mercury-Systemen, Pads, Startleitstelle usw. Leider waren keine Tickets verfügbar, die muss man vorher buchen weil sie so gefragt sind. Sehr schade, aber war nicht zu ändern.

Abends sind wie wieder ins Hotel, was für ein schöner Tag das war, einfach genial da.
Ich habe eine Million Fotos gemacht denke ich, die muss ich noch auswerten.

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Beitrag 7644468 [Alter Beitrag18. April 2019 um 09:35]

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Generell zu den USA muss man wissen, dass die Hotels da ganz anders funktionieren als unsere, das sind fast immer reine Schlafstätten, also Motels, die höchstens Kaffee und ein weißes Toast anbieten.
Man muss also gleich einrechnen Essen einzukaufen wenn man morgens etwas futtern will.
Dafür haben die Zimmer meist Kühlschrank, Toaster und Kaffeekocher.

Die Amis essen fast alles von Einweggeschirr, Teller und Metallbesteck findet man nur in den Dinnerrestaurants. Das war ein echter Schock für mich, was die da an Müll produzieren ist erstaunlich.
Sie werfen es aber nicht aus dem Fenster wie bei uns, man sieht da fast keinen Müll in der Landschaft!
Es steht ja auch meist 100-200$ Strafe darauf.

Das Autofahren ist da zu meiner Überraschung extrem entspannt. Der Grund ist, dass dort alle Teilnehmer gleich schnell fahren. Auf Autobahnen sind das meist 70 Meilen, also um die 120 KMH. Aber die LKW fahren auch so schnell, auch Busse, Wohnmobile, Gespanne usw. fahren alle 70-75 Meilen da!
So Schleicher die wie bei uns auf der Autobahn mit 90 herum zuckeln gibt es da nicht, Tempomat an und rollen lassen geht da über Stunden.
Der Nachteil ist, dass die LKW-Reifen das nicht aushalten, man sieht überall Reifenschrott herumliegen, 2x bin ich fast mit einem LKW-Reifen kollidiert, ich habe davon hunderte am Straßenrand liegen sehen. Scheint niemanden zu kümmern dort.

Es wird auch viel gelasert, alle paar km steht der Sheriff am Straßenrand mit der Laserpistole. Daher fahren alle nur knappt über dem Limit, die Strafen sind hoch und können einen ins Gefängnis bringen.
Stationäre Blitzer gibt es nicht, auch keine Fotofallen, dort wird man noch persönlich vom Sheriff bedient, die fahren einem hinterher und stoppen dich dann.

Raststätten gibt es nicht, auch so gut wie keine Parkplätze. Ich habe auf 1800 km 2x einen Rastplatz gesehen, aber unbemannt mit Getränkeautomaten.
Zum Pinkeln hält man da wohl einfach am Rand an, da stehen ständig Leute herum. Die Seitenflächen sind sehr breit und alle kurz gemäht, es fahren da ganze Kolonnen mit Rasenmäherleuten umher um das alles zu mähen.


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Beitrag 7644469 [Alter Beitrag18. April 2019 um 10:08]

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