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AchimO

Poseidon

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Beitrag 7649094 [Alter Beitrag26. Februar 2021 um 16:54]

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Ein Test ergab einen RSSI-Wert bei einem bestimmten Abstand Sender - Empfänger von
-71 ohne Verstärker
-54 mit Verstärker

Das heißt, es wird eine Verstärkung von ca. 17 dB erreicht. Das ist doch schon mal nicht schlecht und besser als es die Yagi-Antenne gebracht hätte. Damit bin ich jetzt eigentlich ganz zuversichtlich, was die Reichweite angeht.

Gruß Achim

Schneiden, schleifen, schrumpfen, kleben: das ist Wara-Bauers Leben,
Danach schleifen, laminieren: So kann dem Drucktank nichts passieren!

Oder wie die Lateiner sagen: laminare necesse est!
AchimO

Poseidon

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Beitrag 7649140 [Alter Beitrag02. März 2021 um 20:43]

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Der Sender und die Elektronik-Sektion sind jetzt fertig und für den RJD (hoffentlich!) testbereit:



Grob gesehen befinden sich auf der Elektronikplatine (32 * 66 mm)
- links der Prozessor mit Antenne
- rechts oben daneben der BMP180
- darunter der ATtiny85
- oben über dem Prozessor 3 Jumper zur Auswahl des LoRa-Kanals
- das "Hühnerfutter", d. h. Widerstände und eine Diode unter dem Prozessor

Auslösung des Main soll über den Abreißkontakt (auf dem Deckel links) erkannt werden.
Da der Prozessor CubeCell AB01 nur einen AD-Wandler hat - dieser misst die Spannung des LiPo -, dient der ATtiny85 dazu, Veränderungen der Spannungen an den Kontakten von Main und Drogue zu erkennen.

Angeschlossen ist ganz rechts ein GPS-Modul Baitian BN-180T. Es läuft standardmäßig wohl mit GLONASS, ist aber auch womöglich umstellbar (weiß aber nicht, wie). Seine Abmessungen sind 20 * 18 * 8 mm.
Dadurch passt alles gut in ein Rohr von 47 mm Durchmesser.

Die Elektronik kann folgendes erkennen und melden:
- Änderungen der LiPo-Spannung
- Auslösung des Drogue
- Auslösung des Main
- Apogee
- aktuelle Höhe
- geographische Koordinaten
- Distanz nach der Landung



Der LiPo mit 1000 mAh ist auf jeden Fall ausreichend, auch wenn die Rakete für längere Zeit auf der Rampe steht. Ich schalte nach der Landung die Versorgung von GPS, ATtiny und BMP180 ab. Nachdem ich einmal abends vergessen hatte, den Akku abzuschalten, stellte ich am anderen Tag fest, dass er dennoch nicht tiefentladen war.

Gruß Achim

Geändert von AchimO am 03. März 2021 um 11:00


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Oliver Arend

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Beitrag 7649145 [Alter Beitrag03. März 2021 um 09:38]

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Saucool, bin gespannt welche Erfahrungen Du damit in der Praxis machst!

Oliver
AchimO

Poseidon

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Beitrag 7649147 [Alter Beitrag03. März 2021 um 11:43]

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Ja, ich bin selber schon sehr gespannt.

Wenn Interesse besteht und das SOFEX 2021 tatsächlich stattfinden sollte, könnte ich es bei der Gelegenheit mal vorstellen und eine Demo machen; die Flugdaten, die ich auch zum Testen des Empfängers benutzt habe, sind ja Bestandteil der Sender-Software und können durch ein einfaches #define-Statement aktiviert werden.

Gruß Achim

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Beitrag 7649169 [Alter Beitrag05. März 2021 um 16:02]

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Hey Achim,

das ist mir jetzt fast peinlich, dass ich diesen Thread jetzt erst wahrnehme, aber ich bin auch gerade am basteln mit LoRa mit dem selben Hintergrund: Telemetrie.
Wir benutzen das 433MHz Modul zusammen mit einem M0+ als CPU auf einem Board von Adafruit (Hier im Adafruit shop).
Wir haben das ganze auf Distanz getestet indem wir das Modul mit einem Wetterballon in die Startosphäre geschickt haben (das war 2019) und machen das ganze nochmal dieses Jahr, diesmal mit einer gescheiten Yagi als Empfänger (2019 haben wir einfach zwei 3-Lambda lange Drähte genommen für Sender als auch Empfänger, hatten trozdem ab und zu Empfang).

Meinst du es lohnt sich immer, noch einen Verstärker zwischen zuschalten (im Zweifelsfall den selben wie du getestet hast)?
Hast du schonmal die Datenrate ausprobiert? Wir haben die LoRas bisher immer auf höchste Funkreichweite getrimmt, da bleiben dann einige Byte pro Sekunde übrig, also weit zu wenig um Telemetrie einer Modellrakete sinnvoll live zu übertragen.


Grüße,
Moritz
AchimO

Poseidon

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Beitrag 7649170 [Alter Beitrag05. März 2021 um 17:53]

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Ich mache erstmal einen Unterschied zwischen 433 und 868 MHz wegen der Restriktionen in der EU.
Diese sind ja
- 433 MHz: max. 10 mW Sendeleistung, kein Duty Cycle
- 868 MHz: auf den von LoRaWAN definierten Kanälen (die ich benutze) 25 mW Sendeleistung mit Duty Cycle 1% (also bei LoRa, im Gegensatz zu LoRaWAN, wo der Duty Cycle restriktiver ist)

Meine Anforderung an die Datenrate ist nicht so hoch, weil ich nicht permanent Daten übertrage, sondern nur deren veränderung und ich das akustisch auf dem Empfänger ausgebe, was eh nicht so schnell geht.

Wenn du sagst: "Wir haben die LoRas bisher immer auf höchste Funkreichweite getrimmt", haltet ihr euch da an LoRaWAN? Denn die Bundesnetzagentur schreibt ja auf 433 MHz keinen Duty Cycle vor. Andererseits ist für Europa LoRaWAN für 433 MHz noch nicht standardisiert. Basiert das bei euch vielleicht auf einer US-Library? Die Amerikaner haben da, glaube ich, einen Duty Cycle einzuhalten.

Was den Verstärker angeht, habe ich erstmal nur die Wirkung testen wollen. Mit meiner Yagi-Antenne hatte ich ja wenig Glück. Andererseits wäre mir ein Verstärker lieber als die Yagi-Antenne, zumal der mehr bringt als die Yagi (wenn die denn ihre nominale Leistung bringen würde). Denn dann muss man die Antenne nicht immer auf die Rakete ausrichten.

Der kritische Punkt ist ja die Übertragung der Landeposition. Da liegt die Rakete am Boden und die Empfängerantenne kann man auch nicht sehr hoch halten, also wenn keine Hügel dazwischen liegen, gerade noch Line-Of-Sight. Aber man muss ja noch die Verluste durch die Fresnel-Ellipse berücksichtigen.

Was mich interssieren würde: Wie habt ihr denn die Genehmigung für den Aufstieg eines Wetterballons bekommen?

Ich fände es im übrigen sehr interessant, wenn ihr eure Lösung mal näher vorstellen würdet.

Gruß Achim

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Beitrag 7649176 [Alter Beitrag05. März 2021 um 23:21]

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Zitat:
Wenn du sagst: "Wir haben die LoRas bisher immer auf höchste Funkreichweite getrimmt", haltet ihr euch da an LoRaWAN? Denn die Bundesnetzagentur schreibt ja auf 433 MHz keinen Duty Cycle vor. Andererseits ist für Europa LoRaWAN für 433 MHz noch nicht standardisiert. Basiert das bei euch vielleicht auf einer US-Library? Die Amerikaner haben da, glaube ich, einen Duty Cycle einzuhalten.



Die Programmierung hat bisher immer mein Projektkollege übernommen und der letzte Code ist inklusive des Wetterballons verloren gegangen. Unsre Dokumentation und Co. waren wirklich unter aller Sau... Dazu kommt, dass wir vermutlich einige Richtlinien nicht korrekt eingehalten haben, weil es uns an Verständniss in der Materie mangelte. knurr

Dieses mal schreibt mein Kollege die Library selbst, also kein Duty Cycle bei 10mW. Das ganze ist direkter Funkverkehr von einem Modul zum anderen, also ohne jegliche Vor oder -Nachteile des WAN.


Zitat:
Wie habt ihr denn die Genehmigung für den Aufstieg eines Wetterballons bekommen?



Den Ballonflug hat die Satgruppe Langenzenn organisiert, wir durften unsere Elektronik mitfliegen lassen.

Zitat:
Ich fände es im übrigen sehr interessant, wenn ihr eure Lösung mal näher vorstellen würdet.



Das habe ich in diesem Forum schon öfters gehöhrt, leider gillt auch hier: Der momentane Stand mit viel Halbwissen würde eher blamieren als irgendwie interessant sein angel
Aber ich meld mich, wenns was interessantes gibt!
AchimO

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Beitrag 7649205 [Alter Beitrag08. März 2021 um 07:23]

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Zitat:
Das habe ich in diesem Forum schon öfters gehöhrt, leider gillt auch hier: Der momentane Stand mit viel Halbwissen würde eher blamieren als irgendwie interessant sein



Nur Mut! Das Forum ist ja weniger dazu da, perfekte Vorlesungen abzuhalten, sondern dient ja vor allem dem Austausch mit anderen Interessierten. Durch diese Rückkopplung profitieren dann beide Seiten.smile

Gruß Achim

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RalfB

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Beitrag 7649206 [Alter Beitrag08. März 2021 um 08:54]

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Zitat:
Original geschrieben von AchimO



Nur Mut! Das Forum ist ja weniger dazu da, perfekte Vorlesungen abzuhalten, sondern dient ja vor allem dem Austausch mit anderen Interessierten. Durch diese Rückkopplung profitieren dann beide Seiten.smile

Gruß Achim



Achim hat recht, gib uns was zu lesen. Je mehr Traffic desto mehr Spass.

Gruß Ralf
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Beitrag 7649556 [Alter Beitrag29. April 2021 um 19:50]

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Ich habe jetzt noch eine preiswertere Variante für den Sender aufgebaut:



Der Prozessor ist ein sogenannter Moteino-Clone. Der Moteino ist gewissermaßen ein aufgebohrter Arduino Pro Mini. Er hat den gleichen Prozessor, aber mehr Ports und der Clou ist, dass auf der Rückseite das LoRa-Breakout-Board aufgelötet werden kann, ein Hope RFM95W.

Da der Prozessor ATMega328P nur 32 KB Flash-Speicher hat, wird es schon etwas eng: Belegt sind ca. 86% davon, der RAM hat gerade noch ca. 600 B frei für lokale Variable, kurz vor der Compiler-Warnung. Viel mehr darf es also nicht werden.

Hier noch ein Blick auf die Unterseite des Prozessors:



Auf das Board kommt noch ein zusätzlicher 3.3V-Spannungsregler und dann könnte das getestet werden.

Gruß Achim

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